Jörg Frank: schlechter Stil bis zum Schluss

Auch am Ende seiner politischen Karriere kann der grüne Fraktionsgeschäftsführer Jörg Frank nicht aus seiner Haut. Nur widerwillig und auf Raten zieht er die überfällige Konsequenz aus seiner Beteiligung an der Börschel-Affäre. Positiv gesehen könnte man also sagen, dass Frank sich bis zum Schluss treu geblieben ist.

Arrogant, abgehoben, machtversessen. Drei Zuschreibungen, die dem Vertreter einer angeblich basisdemokratischen Partei eigentlich schlecht zu Gesicht stehen, aber Jörg Frank bei seiner Karriere bei den Kölner Grünen bisher nie geschadet hatten.

Dabei war Frank schon beim Desaster um seine politisch ausgeklüngelte Beförderung zum Stadtkämmerer im Jahr 2010 rücktrittsreif. Erst in letzter Minute hatte die Bezirksregierung die Berufung des abgebrochenen Informatikstudenten zum Herr eines Milliardenhauhaltes mangels hinreichender fachlicher Qualifikation gestoppt.

Auch später blieb Frank im städtischen Finanzausschuss und anderswo seinem inoffiziellen Motto „mehr Schein als Sein“ stets treu. Doch was ihm an fachlicher Qualifikation fehlte, glich er locker durch Machtgeilheit und Machtmissbrauch aus. Sein Hass gegen Andersdenkende reichte sogar soweit, dass er im Jahr 2011 seine Funktion im städtischen Liegenschaftsausschuss dazu missbrauchte, politisch unliebsamen Ratsmitgliedern den privaten Kauf eines städtischen Grundstücks zum Bau eines Eigenheims für die Familie zu verwehren. Erst ein sehr deutliches Urteil des Landgerichtes Köln stoppte damals diesen krassen Fall von politischer Diskriminierung und grünem Machtmissbrauch.

Nun geht also die Karriere dieses Musterdemokraten langsam zu Ende. Im Oktober ist zuerst mit der Fraktionsgeschäftsführung definitiv Schluss. Franks anschließende politische Restlaufzeit dürfte überschaubar sein. Doch wie der Volksmund schon weiß: Es kommt leider selten etwas Besseres nach – schon gar nicht aus dem grünen Politsumpf Kölns.