Raserszene immer aggressiver

Die Kölner Raserszene wird immer aggressiver. Die vielen, oftmals völlig unbeteiligten  Toten und Schwerverletzten in der Vergangenheit haben zu keinem Umdenken bei den Tätern geführt.  So haben sich trotz der verstärkten Bemühungen der Polizei am Wochenende wieder mehrere illegale Rennen ereignet. Beim Einschreiten von Polizeibeamten im multikulturell bereicherten Köln-Ossendorf kam es dann auch noch zu spontanen Solidarisierungsaktionen von Anwohnern mit den kriminellen Rasern.

Am Freitag (1. Juni) meldeten Autofahrer gegen 22:45 Uhr der Polizei zwei Fahrzeuge, die sich augenscheinlich ein Rennen auf dem Clevischen Ring im Kölner Stadtteil Mülheim lieferten. Laut den Anrufern überführ das Duo mit stark überhöhter Geschwindigkeit mindestens eine rote Ampel. Auch soll es zu waghalsigen Überholmanövern gekommen sein. In einer sofort eingeleiteten Fahndung stoppten Beamte kurze Zeit später einen Pulheimer (27) mit seinem Daimler AMG Mietwagen. Im Laufe der Nacht haben Polizisten in der Kölner Innenstadt auch die zweite Fahrerin (26) angehalten. Das Duo muss sich nun strafrechtlich verantworten. Die Fahrzeuge, Führerscheine sowie Handys wurden von den Beamten beschlagnahmt.

Einen Tag später (2. Juni) meldeten Passanten gegen 19 Uhr über Notruf ein weiteres illegales Autorennen im Kölner Stadtteil Ossendorf. Zwei Fahrzeuge fuhren laut den Anrufen auf der Mathias-Brüggen-Straße mit sehr hoher Geschwindigkeit nebeneinander, obwohl die Straße lediglich einspurig je Fahrtrichtung ist. Auch hier hatten die Möchtegern-Rennfahrer (20, 22) offenbar nicht mit der Polizei gerechnet. Kurz nach den ersten Meldungen auf der Einsatzleitstelle stellten Polizisten die gemeldeten Fahrzeuge im weiteren Verlauf der Mathias-Brüggen-Straße. Während der anschließenden Kontrolle solidarisierten sich immer mehr Anwohner mit den beiden Autofahrern, sodass die Beamten Verstärkung anforderten. Nur durch die hohe Präsenz von weiteren Streifenwagenbesatzungen konnten die polizeilichen Maßnahmen beendet werden. Neben beiden Führescheinen beschlagnahmten die Beamten auch den Audi A5 des Kölners (22) sowie den Dodge des 20-jährigen Belgiers.

Zum persönlichen Hintergrund vieler Täter und ihrer mangelnden Einsichtsfähigkeit war bereits 2016 folgendes in der WELT zu lesen:

„Der Kölner Polizeihauptkommissar Rainer Fuchs schüttelt den Kopf, wenn er über die Raser-Szene in seiner Stadt spricht. Zu ihr gehörten vor allem junge Männer zwischen 18 und 25, viele seien Deutsche türkischer Abstammung, die noch zu Hause lebten. Geringverdiener oder Hartz-IV-Empfänger. ‚Gut zureden hilft bei diesem Klientel überhaupt nichts. Vergessen Sie es!‘, sagt Fuchs.

‚Diese Leute definieren sich über ihre PS-starken, aufgemotzten Autos. Das sind kontinuierliche, notorische und bewusste Nichtbefolger unserer Regeln.‘ Manchmal machen speziell geschulte Polizisten sogar Hausbesuche. ‚Gefährderansprache‘ heißt das im Fachjargon. Den Männer soll klargemacht werden, wie gefährlich ihr Verhalten ist. Aber: ‚Es interessiert sie nicht.'“

Auch die aktuelle Entwicklung scheint diese zwei Jahre alte Einschätzung zu bestätigen. Doch wo Prävention und „Gut-zu-Reden“ nicht hilft, muss eben noch mehr auf Repression, sprich hohen Kontrolldruck und harte Strafen gesetzt werden, um solche tickende Zeitbomben notfalls für ein paar Jahre hinter schwedischen Gardinen abkühlen zu lassen.