Dauerbaustelle Stadtvorstand

Die Zahl der städtischen Beigeordneten, die mehr als nur „eine Armlänge Abstand“ von Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu gewinnen versuchen, steigt weiter an. Im Stadtvorstand der glücklosen Verwaltungschefin hat seit 2017, nachdem Stadtirektor Guido Kahlen die rettende Pensionsgrenze erreicht hatte, ein regelrechter Erosionsprozess eingesetzt:

Wirtschaftsdezernentin Ute Berg – Flucht in den vorzeitigen Ruhestand. Stadtkämmerin Gabriele Klug – von Reker gemobbt und vom Stadtrat entsorgt. Sozialdezernent Harald Rau – skandalumweht und auf dem versuchten Sprung in den Oberbürgermeistersessel von Offenburg. Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach – angezählt und nur knapp einer Abwahl entronnen. Und jetzt auch noch die unverwüstliche und über fast alle Parteigrenzen hinweg geschätzte Schuldezernentin Agnes Klein, die ebenfalls vorzeitig das Handtuch werfen will, obwohl sie noch bis 2022 gewählt ist. Anscheinend ziehen selbst die engsten Leitungsmitarbeiter Rekers den vorzeitigen Ruhestand oder gewagte politische Kandidaturen einer weiteren hoch bezahlten Tätigkeit für die Millionenstadt Köln vor.

Führungsqualität sieht wohl anders aus. Den Schaden trägt die Stadt Köln. Sowohl im politisch-adminstrativen Sinn, als auch in tatsächlicher finanzieller Hinsicht, da bei den fidelen Vorruheständlern natürlich ab sofort die Altersbezüge zu leisten sind, während die neuen Dezernenten ebenfalls schon den Stadtsäckel belasten.

Aber was kümmert das eine Oberbürgermeisterin, die dem Vernehmen nach ebenfalls schon auf Abruf ist? Zumindest sind von den Parteien des Reker-Wahlbündnisses – also CDU, FDP und Grüne – keine aktuellen Treueschwüre bezüglich einer erneuten Kandidatur von Reker im Jahr 2020 zu hören. Im Gegenteil flüstert der Flurfunk bereits, dass die CDU sich den neuen, ausgerechnet aus Düsseldorf importierten Stadtdirektor Stephan Keller gut als künftigen Oberbürgermeister vorstellen könnte … Na dann Helau und Prost Mahlzeit!