Sicherheit: Platz 400 von insgesamt 401

Laut einer neuen Sicherheitsstudie, die im November im Focus veröffentlicht wurde, belegt Köln von 401 untersuchten Kommunen den 400 Platz. Von allen untersuchten Großstädten landete Köln sogar auf dem letzten Platz. Das Schlusslicht der Focus-Studie war Neumünster in Schleswig-Holstein.

Untersuchungsgegenstände waren nicht nur die reinen Kriminalitätskennzahlen und Polizeistatistiken, sondern auch “weiche Faktoren” wie z.B. Verkehrs- und Arbeitsplatzsicherheit – wobei Köln in allen Kategorien schlecht abgeschnitten hat. Verantwortlicher Leiter der Studie war ausgerechnet der Kölner Sozialwissenschaftler Wolfgang Steinle. Er sollte also wissen, wovon er schreibt.

Dennoch ist diese Analyse natürlich vielen Verantwortlichen in der Rheinmetropole ein Dorn im Auge. Trotz der 2016er Silvester-Treibjagd auf Frauen und Mädchen, zunehmenden Vergewaltigungsfällen, zahlreichen Messer- und Raubüberfällen sowie (versuchten) Terrorattacken soll halt nicht sein, was nicht sein darf. Auch wenn es für jedermann offensichtlich ist, der nicht mit Scheuklappen durch die Stadt und das Leben geht.

Den bestimmt einsetzenden Beschwichtigungsritualen in Kölner Politik und Schunkel-Society kann aber pikanter Weise eine eigene Untersuchung der Stadtverwaltung Köln entgegengehalten werden, die vor wenigen Tagen im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt und diskutiert wurde: In der hausgemachten Erhebung “Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld” gaben die befragten Bürger an, dass die (Un)Sicherheitsproblematik nach der Verkehrssituation das zweitgrößte Problem in der Stadt sei. Bezeichnendes Detail am Rande: Je länger Menschen in Köln wohnen, um so unzufriedener werden sie insgesamt laut Umfrage mit ihrer Stadt …

Man sollte meinen, dass solche Ergebnisse auch den dafür Verantwortlichen zu denken geben müssten. Ebenso den Wählern, die seit Jahrzehnten die immer gleichen Parteien mit der politischen Führung der Stadt beauftragen. Ob dem wirklich so ist, wird die Zukunft zeigen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.